Wie viele Kilometer sind für ein gebrauchtes Elektroauto zu viel?
Die Frage, ab welchem Kilometerstand ein Auto als stark gebraucht gilt, verliert bei Elektroautos zunehmend an Bedeutung. Jahrzehntelang galten 100.000 Meilen als wichtiger Richtwert bei Benzinern, da sich bewegliche Bauteile ab diesem Punkt häufig stärker abnutzten. Bei Elektroautos sagt der Kilometerstand allein jedoch weniger über den tatsächlichen Zustand aus. Hier stehen vor allem der Zustand der Batterie und die allgemeine Effizienz im Mittelpunkt.
Elektroautos können mehr als 200.000 Meilen zurücklegen und dabei einen großen Teil ihrer ursprünglichen Batteriekapazität behalten. Bei der Auswahl eines gebrauchten Elektroautos sollten Sie deshalb das Verhältnis zwischen Kilometerstand, verbleibender Batteriekapazität, klimatischen Bedingungen und Ladegewohnheiten berücksichtigen.
In diesem Artikel erfahren Sie, ab wann ein Elektroauto als Fahrzeug mit hoher Laufleistung gilt, worauf Sie beim Kauf eines gebrauchten E-Autos achten sollten und welche Anzeichen auf einen nachlassenden Fahrzeugzustand hindeuten können.
Die verschiedenen Arten von Elektrofahrzeugen verstehen
Es gibt vier Haupttypen von Elektrofahrzeugen:
- Batterieelektrofahrzeuge (BEVs): Diese Fahrzeuge werden vollständig elektrisch angetrieben. Ein großer Batterieblock versorgt einen oder mehrere Elektromotoren mit Energie. Da sie keinen Verbrennungsmotor besitzen, entstehen während der Fahrt keine direkten Abgasemissionen. Für Käufer gebrauchter Fahrzeuge ist das ein Vorteil: Es gibt weniger bewegliche Teile im Antriebsstrang, die sich durch hohe Laufleistungen abnutzen können. Der Zustand der Batterie und anderer Fahrzeugkomponenten sollte dennoch sorgfältig geprüft werden.
- Plug-in-Hybridfahrzeuge (PHEVs): Diese Fahrzeuge kombinieren einen Elektromotor mit einer herkömmlichen Verbrennungskraftmaschine. Sie bieten eine Mischung aus elektrischem Fahren und der Reichweite eines Verbrennungsmotors. Allerdings müssen beide Antriebssysteme gewartet werden. Neben dem Batteriezustand sollten Sie deshalb auch Ölwechsel, Zündkerzen, Abgasanlage und den allgemeinen Zustand des Verbrennungsmotors berücksichtigen.
- Hybridfahrzeuge (HEVs): Diese Fahrzeuge laden ihre Batterie unter anderem durch Rekuperation auf. Beim Bremsen arbeitet der Elektromotor als Generator und gewinnt einen Teil der Bewegungsenergie zurück, die andernfalls als Wärme verloren ginge. Dadurch kann der Kraftstoffverbrauch sinken, ohne dass das Fahrzeug extern aufgeladen werden muss. Trotzdem sind regelmäßige Wartungen und die Kontrolle wichtiger Bauteile bei bestimmten Kilometerständen erforderlich.
- Brennstoffzellenfahrzeuge (FCEVs): Diese Fahrzeuge nutzen Wasserstoff zur Stromerzeugung. Sie verfügen über einen Drucktank, aus dem Wasserstoff einer Brennstoffzelle zugeführt wird. Dort wird er in elektrische Energie umgewandelt, die den Elektromotor antreibt.
Welche Fahrzeugtypen prägen die Zukunft des globalen Automobilmarkts?
Laut dem Automobilindustrie-Portal MarkLines bewegt sich die Automobilbranche zunehmend in Richtung Elektrifizierung. Es wird erwartet, dass der Anteil traditioneller Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor bis 2035 deutlich zurückgeht. Batterieelektrische Fahrzeuge könnten in den 2030er-Jahren eine immer wichtigere Rolle spielen, während Hybridtechnologien während des Übergangs weiterhin eine attraktive Option bleiben dürften.
Hybride bieten eine praktische Zwischenlösung für Verbraucher, die noch nicht vollständig auf ein rein elektrisches Fahrzeug umsteigen möchten.
Wie beeinflusst die Laufleistung die Preise gebrauchter Elektroautos?
Die Laufleistung beeinflusst weiterhin den Wiederverkaufswert von Elektroautos, allerdings anders als bei Benzinern. Käufer achten weniger auf den Verschleiß eines Verbrennungsmotors und legen mehr Wert auf den Batteriezustand, die Ladegewohnheiten und die verbleibende Batteriekapazität. So kann ein gebrauchtes Elektroauto mit hoher Laufleistung und einer gut erhaltenen Batterie attraktiver sein als ein Fahrzeug mit wenigen Kilometern, dessen Batterie bereits deutlich an Kapazität verloren hat.
Zu den wichtigsten Gründen, warum Elektroautos schneller an Wert verlieren können, gehören:
- Schnelle technologische Weiterentwicklung: Elektroautos basieren auf moderner Technologie. Neuere Modelle bieten häufig schnelleres Laden, größere Reichweiten und intelligentere Software. Ältere Fahrzeuge verlieren daher teilweise schneller an Wert, wenn sie mit den technischen Fortschritten nicht mehr mithalten können.
- Fahrzeugalter und Batteriezustand: Branchenberichte zeigen, dass manche Elektroautos innerhalb der ersten fünf Jahre 50–60 % ihres Wertes verlieren können. Die tatsächliche Wertentwicklung hängt jedoch stark von Marke und Modell ab. Beispielsweise kostet ein neues Tesla Model 3 ungefähr 35.000 US-Dollar, während ein fünf Jahre altes Fahrzeug rund 20.000 US-Dollar kosten kann. Das entspricht einem Wertverlust von etwa 43 %. Beim Nissan Leaf kann der Wertverlust deutlich höher ausfallen: Ausgehend von einem Neupreis von 32.780 US-Dollar kann ein fünf Jahre altes Fahrzeug beispielsweise noch etwa 3.500 US-Dollar wert sein – ein Wertverlust von rund 89 %. Diese Werte sind Beispiele und können je nach Markt und Fahrzeugzustand variieren.
- Batterieberichte zum State of Health (SOH): Der SOH gehört zu den wichtigen Faktoren bei der Preisbewertung gebrauchter Elektroautos. Er gibt Auskunft über den Gesundheitszustand und die verbleibende Kapazität der Batterie im Vergleich zum Neuzustand. Eine verbleibende Kapazität von 70–80 % kann auf eine deutlich gealterte Batterie hindeuten. Ob ein Austausch erforderlich ist, hängt jedoch vom konkreten Fahrzeug und dessen tatsächlicher Leistung ab.
Im nächsten Abschnitt erfahren Sie, woran Sie erkennen können, dass ein Elektroauto möglicherweise größere Probleme hat oder sich dem Ende seiner wirtschaftlichen Nutzungsdauer nähert.
Woran erkennt man, dass sich ein Auto dem Ende seiner Lebensdauer nähert?
Bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor gelten 150.000 bis 200.000 Meilen häufig als wichtige Orientierungswerte, da mit zunehmender Laufleistung das Risiko größerer Reparaturen steigen kann. Bei Elektroautos ist eine hohe Laufleistung allein dagegen nicht unbedingt ein Warnsignal. Es gibt jedoch verschiedene Anzeichen, die auf einen schlechten Fahrzeug- oder Batteriezustand hindeuten können.
Schlechter Batteriezustand laut SOH-Bericht
Der SOH (State of Health) beschreibt den allgemeinen Gesundheitszustand und die verbleibende Kapazität der Batterie im Vergleich zu ihrem ursprünglichen Zustand. Ein SOH von 100 % bedeutet, dass die Batterie ihre ursprüngliche Kapazität weitgehend beibehalten hat. Mit sinkendem SOH nimmt in der Regel auch die mögliche Reichweite ab.
Angenommen, die ursprüngliche Reichweite beträgt 500 km:
- Bei 90 % SOH wären rechnerisch etwa 450 km möglich.
- Bei 70 % SOH wären es rechnerisch etwa 350 km.
Die tatsächliche Reichweite hängt zusätzlich von Faktoren wie Temperatur, Fahrstil, Geschwindigkeit und Nutzung der Klimaanlage ab.
Unregelmäßiges Ladeverhalten
Mit der Zeit kann die Batteriekapazität eines Elektroautos abnehmen, sodass häufigeres Laden erforderlich wird. Auch ungewöhnlich lange Ladezeiten oder wiederholt unterbrochene Ladevorgänge können auf ein Problem hinweisen. Solche Symptome sollten überprüft werden, da sie auch andere Ursachen haben können.
Elektrische Fehler
Ausfälle von Sensoren, Softwareprobleme und wiederkehrende Batteriewarnungen können auf Störungen im elektrischen System hinweisen. Je nach Ursache können Reparaturen erforderlich sein, die mit erheblichen Kosten verbunden sind.
Anspruchsvolle klimatische Bedingungen
Die klimatischen Bedingungen, unter denen ein Elektroauto betrieben wird, beeinflussen die Alterung der Batterie. Extreme Temperaturen können die Batterieleistung und Lebensdauer beeinträchtigen. Besonders hohe Temperaturen können die Alterung beschleunigen, während hohe Luftfeuchtigkeit unter bestimmten Bedingungen Korrosion an elektrischen Komponenten begünstigen kann.
Probleme mit dem Wärmemanagement
Das Wärmemanagement ist ein wichtiger Faktor für die Lebensdauer der Batterie. Bei Elektroautos kommen unter anderem zwei Kühlungsarten zum Einsatz: passive Kühlung, beispielsweise durch Luft, und aktive Flüssigkeitskühlung.
In heißen Regionen kann die Batterie stärker beansprucht werden, insbesondere wenn das Kühlsystem nicht ausreichend arbeitet. Flüssigkeitsgekühlte Systeme ermöglichen eine gezieltere Temperaturregelung, sind konstruktionsbedingt aber auch komplexer und können zusätzlichen Wartungsaufwand verursachen.
Sehr hohe Laufleistung
Eine hohe Laufleistung ist bei Elektroautos nicht automatisch ein Ausschlusskriterium. Ab etwa 100.000 bis 150.000 Meilen lohnt es sich jedoch besonders, den Batteriezustand und die Fahrzeughistorie sorgfältig zu prüfen. Bei mehr als 200.000 Meilen empfiehlt sich eine umfassende Diagnose durch einen qualifizierten Fachbetrieb. Entscheidend bleibt der tatsächliche Zustand des Fahrzeugs, nicht allein die Zahl auf dem Kilometerzähler.
Ist das Alter wichtiger als die Laufleistung?
Bei Elektroautos kann das Alter wichtiger sein als die Laufleistung – insbesondere, wenn sich die Technologie schnell weiterentwickelt. Neue Modelle bieten oft Verbesserungen bei Reichweite, Ladegeschwindigkeit und Software, wodurch ältere Fahrzeuge innerhalb weniger Jahre technisch überholt wirken können.
Für die Beurteilung eines gebrauchten Elektroautos sollten Sie deshalb sowohl das Alter als auch die Laufleistung berücksichtigen. Besonders wichtig sind außerdem der Batteriezustand, die Wartungshistorie, die Ladegewohnheiten und die klimatischen Bedingungen, unter denen das Fahrzeug genutzt wurde.
Welches ist das beste Testgerät für Ihr Elektroauto?
Ein Mileage-Blocker wird als Testgerät für Elektroautos angeboten. Er soll Fahrzeugtests ermöglichen, ohne dass dabei zusätzliche Kilometer aufgezeichnet werden. Laut Hersteller kann der Mileage-Blocker von Super Kilometer Filter die Kilometeraufzeichnung in verschiedenen Steuergeräten unterbrechen. Die tatsächliche Funktionsweise und Erkennbarkeit hängen jedoch vom jeweiligen Fahrzeug und dessen Systemen ab. Das Gerät wird für zahlreiche Fahrzeugmarken und -modelle mit Verbrennungs- und Elektromotor angeboten.
Der Mileage-Blocker von SKF wird mit folgenden Eigenschaften beworben:
- Bedienung über eine mobile App
- Installation in Eigenregie und schnelle Demontage
- Laut Hersteller keine Beeinträchtigung des CAN-Bus-Systems
- Einsatz in kontrollierten Testumgebungen, wobei die geltenden gesetzlichen Vorschriften zu beachten sind
- Verschiedene auswählbare Betriebsmodi
Sie können den Mileage-Blocker direkt im SKF-Onlineshop ansehen. Bei weiteren Fragen zum Gerät hilft Ihnen das Support-Team weiter.
Fazit
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es keinen festen Kilometerstand gibt, ab dem ein Elektroauto grundsätzlich nicht mehr empfehlenswert ist. Entscheidend sind vor allem der Zustand der Batterie, das Ladeverhalten, die Wartungshistorie, die klimatischen Bedingungen und der allgemeine technische Zustand des Fahrzeugs.
Wenn Sie von einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor auf ein Elektroauto umsteigen möchten, sollten Sie all diese Faktoren berücksichtigen, bevor Sie Ihre endgültige Entscheidung treffen.
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